Ein neues akademisches Jahr, eine neue Wirkungsstätte: Ab Oktober 2025 forscht Tabea Meurer, Mitglied des Arbeitsbereiches Alte Geschichte, ein Jahr lang am Historischen Kolleg in München. Dank großzügiger Förderung durch die Gerda Henkel Stiftung wird sie dort das Wechselverhältnis von Zeit und Politik im demokratischen Athen untersuchen: In einer Gemeinschaft, die auf Gleichheit ihrer Bürger basierte, bildeten temporale Vorgaben, z. B. ein turnusmäßiger Ämterwechsel, ein probates Mittel zur Umsetzung politischer Ideale. Gleichberechtigung durch Zeitsetzung herstellen zu wollen, biss sich jedoch mit der faktischen Ungleichverteilung temporaler Ressourcen. Die Athener rangen daher darum, zeitökonomische Differenzen zugunsten breiter politischer Beteiligung einzuhegen.


Angesichts aktueller Debatten um Zeitgerechtigkeit wirken die antiken Diskurse diesbezüglich erstaunlich aktuell. In der Diskussionsrunde anlässlich der Eröffnung des 46. Kollegjahrs hatte Tabea Meurer Gelegenheit, diese Parallelen zu erläutern und ihr Projekt zu kontextualisieren (siehe Foto: ebenfalls zu sehen sind die stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende Prof. Dr. Elke Seefried sowie die Fellows Dr. Juliane Hornung und Prof. Dr. Günther Wassilowsky).

Im April 2026 (20.04.2026) folgt ein vertiefender Einblick in das Vorhaben im Rahmen der Vortragsreihe des Historischen Kollegs.
Wir, die Mitglieder der Arbeitsbereiche Alte Geschichte und Kulturgeschichte der Antike an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wünschen Tabea Meurer alles Gute und viel Erfolg für ihre weiteren Forschungen.